Thema: Liebe und Beziehung
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Beitrag vom 13.11.2024
Verliebtheit und Liebe, ein Leben im Ausnahmezustand.
Und so sind auch Liebesbeweise unseres Partners etwas Wundervolles - wenn unser Herzensmensch an uns denkt, er uns Zuneigung schenkt, unsere kleinen Macken liebenswert findet und uns das Gefühl gibt, die Nummer 1 in seinem Leben zu sein ...
Doch wie viel ist eine Beziehung auf Augenhöhe und wo beginnt
obsessive Liebe?
Der Grat ist schmal und die Grenze (oft unbewusst) schnell überschritten.
Was bedeutet das? Welche
Anzeichen für Besessenheit in der
Partnerschaft es gibt? Und warum ist eine Trennung manchmal die einzige Option?
In unserem Artikel erfahren Sie mehr dazu.
Obsessive Liebe herrscht über Gedanken, Gefühle und Verhalten
Bedeutet, dass sich ständig drehende Gedankenkarussell und zunehmende Gefühlschaos führen zu einem Verhalten, das in
Besessenheit mündet. Und anstatt den anderen näherzubringen, entfernt man sich immer mehr.
Diese Fixierung reibt einen auch selbst auf, sie erschöpft, kostet Zeit und kann weitere Probleme auf körperlicher und seelischer Ebene nach sich ziehen. Ebenso nagt sie an der Liebe und Beziehung, die nicht selten dann auch ihr Ende findet.
Gründe für obsessive Liebe
Wir alle hinterfragen ab und an unsere Beziehung, reflektieren das Miteinander und die Entwicklung. Das ist normal und auch wichtig.
Dann kann es manchmal Umstände geben, in denen wir vielleicht sogar mal an unserem Partner oder der Beziehung zweifeln. Auch das ist weiter nicht tragisch, solange wir bewusst die Wahrheit dahinter identifizieren.
Aber wenn die Beziehung zum einzigen Sinn wird und sich alles nur noch um den Partner dreht, nur noch von und für die Liebe des anderen gelebt wird, ist das ein Zeichen für
Besessenheit in der
Partnerschaft.
Die Auslöser für solch ein
Verhalten können ganz unterschiedlich sein:
- Vernachlässigung, unsichere Bindung, Überforderung, Ablehnung oder Missbrauch in der Kindheit
- Negative Vorbilder im Beziehungsverhalten
- Schlechte Erfahrungen in früheren Beziehungen
- Geringer Selbstwert und Unsicherheiten
- Furcht vor Verlust und/oder dem Alleinsein
11 Anzeichen für Besessenheit in der Partnerschaft
Besessenheit in der
Partnerschaft ist oftmals gar nicht so leicht zu erkennen. Es fängt häufig harmlos an, mit Gesten oder einem
Verhalten, was wir als Interesse oder Beschützerinstinkt, möglicherweise sogar als Kompliment wahrnehmen.
Ich kann ohne dich nicht leben.
Du bist die Luft zum Atmen.
Ich bin nichts ohne dich.
Klingt auf den ersten Blick irgendwie romantisch, doch tatsächlich kann weitaus mehr dahinter stecken, als wir erahnen. Wenn es nämlich um Besitz, Kontrolle, Manipulation und Macht geht im Hinblick auf den Partner.
1. Heiratspläne nach ein paar Dates: Es werden nicht nur sehr schnell eine feste Beziehung und Exklusivität eingefordert, sondern auch schon von der Zukunft gesprochen. Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es das oft leider auch.
2. Keine eigene Meinung: Wer vom Partner besessen ist, hebt diesen auch auf ein Podest und himmelt ihn an. Er stimmt mit allem überein und erträgt alles, um den anderen nicht zu vergraulen. Ständige Jasagerei kann ein
Anzeichen für Besessenheit in der Partnerschaft sein.
3. Mehr Geben als Nehmen: Es ist weniger aus Liebe, warum der andere so viele nette Dinge tut. Es ist vielmehr der Wunsch nach Anerkennung verbunden mit dem Hintergedanken dafür natürlich im Gegenzug auch etwas vom Partner erwarten zu können.
4. Kontrolle statt Fürsorge: Nachrichten und Anrufe kennen kein Limit. Wo? Was? Mit wem? Diese Fragen erzeugen eine Dauerschleife. Das hat nichts mehr mit Fürsorglichkeit zu tun, sondern deutet vielmehr auf eine Besessenheit in der Partnerschaft hin.
5. Grenzen werden überschritten: Die Zurückweisung erzeugt Wut, weil es nicht läuft wie gewünscht. Nein, wird nicht akzeptiert. Der obsessive Partner will seinen Willen durchsetzen, missachtet die Privatsphäre und schreckt auch nicht davor zurück, dem anderen Schuldgefühle einzureden.
6. 24/7 Aufmerksamkeit: Wer vom Partner besessen ist, fühlt sich unvollständig ohne ihn und will 24 Stunden mit ihm zusammen sein. Er erwartet die volle Aufmerksamkeit vom anderen und lässt ihm so keinen Raum zum Atmen.
7. Stalking: Zufällige Begegnungen häufen sich und auch in den sozialen Medien ist er immer up to date. Doch er will nicht nur über alles Bescheid wissen, sondern auch jedem zeigen, wer als Partner zu ihm gehört. Ein derart einnehmendes Verhalten könnte ein Anzeichen für
obsessive Liebe sein.
8. Unterstützung fehlt: Wachstum und Unabhängigkeit des Partners stellen mit dem Blick durch die Brille der Besessenheit eine Gefährdung der Beziehung dar. Verbunden mit der Sorge, die Kontrolle über die konstruierte Welt zu verlieren.
9. Übertriebene Eifersucht: Nicht nur Kollegen, sondern auch Familie, Freunde und Hobbys schüren die Eifersucht. Eine obsessive Liebe mündet im Unverständnis darüber, dass der andere auch noch ein eigenes Leben haben will. Häufig wird versucht, zu isolieren und zu verbieten.
10. Das eigene Leben wird vernachlässigt: Über die Zeit bleibt alles auf der Strecke, da sich das Dasein nur noch um die Beziehung dreht und der Partner zum Mittelpunkt der Welt wird.
11. Drohungen werden ausgesprochen: Egal ob es um das Verlassen, Offenbaren von Geheimnissen, Verletzungen in irgendeiner Form geht oder darum geht, sich selbst etwas anzutun, Drohungen jeglicher Art sind ein wirklich ernstes Warnsignal für Besessenheit in der Partnerschaft.
Eine obsessive Liebe kann über die Trennung hinausgehen
Gefangen im Gedankenkarussell und Gefühlschaos kann leider auch das Entlieben beziehungsweise die Trennung zum Drama werden. Der obsessive Partner kann sein
Verhalten nicht einfach ändern und so sind Stalking oder gar Bedrohung keine Seltenheit. Oftmals zumindest so lange, bis dieser einen neuen Partner gefunden hat.
Wenn also das Blockieren dieser Person nicht hilft, die Trennung klarzumachen, sollte eine Fernhalteverfügung in Betracht gezogen werden.
Vorsicht bei einer zu schnellen Einsicht und Zustimmung das Verhalten verändern zu wollen. Häufig ist dies nur eine Taktik, um einer Trennung entgegenzuwirken beziehungsweise sie hinauszuzögern, damit der Mittelpunkt der Welt nicht aus den Händen gleitet. Eine nachhaltige Veränderung wird sich eher nicht einstellen.
Manchmal ist es Zeit zu gehen
Wenn sich
Anzeichen für eine
Besessenheit in der
Partnerschaft zeigen, heisst es, sich bewusst dieser Erkenntnis zu widmen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken, in der Hoffnung auf ein Wunder.
Der Partner, der
obsessive Liebe auslebt, nimmt das vorhandene Verhaltensmuster oftmals gar nicht so wahr und selbst, wenn er um sein Verhalten weiss, gibt es für uns keine Chance, ihn zu ändern.
Nur er allein kann das, wenn es die Zeit und er bereit dazu ist. Sich zu verstehen, an sich zu arbeiten und sich die passende Unterstützung für eine Veränderung zu suchen.
Ist er es nicht, ist es Zeit für uns zu gehen. Mit allen Konsequenzen. Auch, wenn es wehtut.
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