Wenn ein Teil von Ihnen fehlt
Nach zwanzig Jahren Beziehung habe ich meine bessere Hälfte verloren.
Am Anfang war ich stark.
Ich habe organisiert.
Ich habe die Beerdigung geplant.
Ich habe die Beerdigungsrede gesprochen.
Ich habe funktioniert.
Ich war gefasst.
Ich habe getragen.
Vielleicht kennen Sie genau diese Phase.
Man wächst über sich hinaus.
Man übernimmt Verantwortung.
Man hält durch.
Und dann wird die Wunde spürbar
Wenn alles geregelt ist,
wenn die Menschen wieder in ihren Alltag gehen,
wenn die Struktur wegfällt,
dann wird es still.
Dann merkt man, wie gross die Lücke ist.
Je grösser die gemeinsame Lebenszeit,
je intensiver die Verbindung,
desto tiefer trifft der Verlust.
Man verliert nicht nur einen Menschen.
Man verliert gemeinsame Zukunft.
Wir wollten noch so viel.
Reisen. Gespräche. Gemeinsame Jahre.
Plötzlich steht man da und weiss nicht, wie das Leben ohne diesen Menschen weitergehen soll.
Das ist schmerzhaft.
Das fühlt sich ungerecht an.
Manchmal wirkt es grausam.
Vor allem, wenn ein Mensch noch jung war.
Wenn ein Partner, ein Kind oder ein junger Elternteil stirbt.
Wenn Zukunft abgeschnitten wird.
Das ist eine andere Dimension von Verlust.
Wenn Stärke zusammenbricht
Viele erleben es ähnlich.
Zuerst Stärke.
Dann das Loch.
Bei mir kam es nach einigen Tagen.
Vielleicht nach einer Woche.
Ich weiss es nicht mehr genau.
Plötzlich war da die Leere.
Tiefe Traurigkeit.
Das Gefühl, innerlich zu fallen.
Trauer kommt in Wellen.
Manchmal denkt man, es geht besser.
Dann reicht ein Lied, ein Geruch oder ein Gedanke.
Und alles ist wieder da.
Das ist menschlich.
Jeder trauert anders.
Und doch gibt es Gemeinsamkeiten.
Wenn das Umfeld leiser wird
Am Anfang sind viele da.
Sie trösten.
Sie halten.
Nach Wochen wird der Kreis kleiner.
Nach Monaten noch kleiner.
Nicht aus Bosheit.
Sondern weil viele Menschen nicht wissen, wie lange
Trauer dauern kann.
Sätze wie
"Du musst jetzt mal raus."
"Lenk dich ab."
"Das Leben geht weiter."
können verletzen.
Man hat ein grosses Bedürfnis zu reden.
Und gleichzeitig das Gefühl, niemanden belasten zu dürfen.
Gerade dann kann es hilfreich sein, mit einer neutralen Person zu sprechen.
Mit jemandem, der zuhört.
Der keine Erwartungen stellt.
Der nicht bewertet.
Sie müssen nichts leisten.
Sie dürfen begreifen, was geschehen ist.
Zwischen Verstand und Verbundenheit
In meiner eigenen Trauer habe ich erlebt, dass der Verstand nicht alles erklären kann.
Es gab Momente, die sich wie Nähe anfühlten.
Wie eine stille Form von Verbundenheit.
Viele Menschen berichten in Grenzsituationen von inneren Erfahrungen.
Solche Erlebnisse lassen sich unterschiedlich deuten.
Physikalisch verändert Energie ihre Form.
Vielleicht ist es mit Erinnerungen ähnlich.
Schuld, Hilflosigkeit, offene Worte
Besonders schwer wird es, wenn man hilflos zusehen musste.
Wenn Worte ungesagt blieben.
Viele suchen die Schuld bei sich.
Hätten wir etwas anders machen können?
Hätte ich mehr sagen müssen?
Diese
Gedanken können belasten.
Sie brauchen Raum.
Auch für Angehörige und Begleitende
Nicht nur Trauernde stehen vor Herausforderungen.
Auch Partner, Freunde oder Familienmitglieder fühlen sich oft unsicher im Umgang mit einem trauernden Menschen.
Vielleicht kennen Sie jemanden, der sich zurückzieht, viel weint oder kaum noch Kraft für den Alltag findet.
Manchmal hilft es, eine neutrale Gesprächsmöglichkeit aufzuzeigen.
Einen geschützten Rahmen ausserhalb des eigenen Umfelds.
Für Menschen, die tief verbunden waren
Dieser Beitrag richtet sich an Menschen, die eine tiefe Verbindung verloren haben.
Einen Partner.
Ein Kind.
Einen jungen Menschen, dessen Zeit zu früh endete.
Alles wird irgendwann besser.
Doch nie wieder wie zuvor.
Das ist keine Resignation.
Das ist Teil des Lebens.
Mein Angebot
Wenn Sie sich Austausch wünschen, biete ich Gespräche zur persönlichen Reflexion an.
Im Mittelpunkt stehen Zuhören, Erfahrungsaustausch und Impulse zur eigenen Orientierung.
Karten nutze ich ausschliesslich als Gesprächsimpuls.
Nicht zur Vorhersage.
Nicht zur Kontaktaufnahme mit Verstorbenen.
Die Gespräche dienen der persönlichen Begleitung.
Sie ersetzen keine medizinische oder anderweitig fachliche Unterstützung.
Wenn Sie merken, dass Ihre Belastung sehr stark wird oder Sie sich selbst nicht mehr sicher fühlen, wenden Sie sich bitte an eine geeignete Anlaufstelle oder einen medizinischen Ansprechpartner.
Auch ich habe mir in meiner schwersten Zeit Unterstützung geholt.
Manchmal braucht es Austausch.
Und zusätzliche fachliche Hilfe.
Ihr Florian
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