Focusing

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Focusing - Erst der Körper, dann der Kopf

Erst der Körper, dann der Kopf. In stressigen Situationen wissen viele Menschen nicht, wie sie richtig reagieren sollen. Sie halten sich an gewisse angelernte Gewohnheiten, mit denen sie versuchen, den Stress zu kompensieren. Allerdings funktioniert diese Methode nicht immer. Denn nicht jedes spezifische, individuelle Problem lässt sich mit demselben Verhalten lösen. In Fällen wie diesen denken die meisten Personen zu viel, aber fühlen zu wenig.
Beim Focusing ist genau das Gegenteil der Fall. Der Hintergrund dieser Wissenschaft liegt in dem Fakt, dass der Grossteil der Menschen auf Stresssituationen erst körperlich reagiert, bevor überhaupt ein Verständnis für das Problem im Kopf ankommt. Durch die Technik lassen sich mentale Schwierigkeiten lösen, die mithilfe von klassischen Techniken scheinbar unlösbar sind.

Während der Anwendung der Technik leitet den Menschen seine kluge Körperintelligenz zu effektiven Lösungen durch physische Bewegungen. Beim Focusing geht es darum, auf den eigenen Körper zu hören, dessen Signalen zu folgen und auf diese Weise mentale Problematiken aus der Welt zu schaffen.

Die Geschichte des Focusing

Der Gründer der Methode trägt den Namen Eugene Gendlin. Er wurde 1926 in Wien geboren und arbeitete als Dozent für Verhaltenswissenschaften und Philosophie an der Universität in Chicago. In den 1960er-Jahren arbeitete Gendlin mit dem Wissenschaftler Carl Rogers zusammen, welcher eine grosse Leistung im Bereich der personenzentrierten Wissenschaft erbrachte.

Auch Gendlin arbeitete mit Rogers an dieser Art der Wissenschaft. Während dieser Arbeit und der Kommunikation mit den betroffenen Personen fand Gendlin heraus, dass die Menschen ihre Probleme besser und schneller lösten, wenn sie darauf achten, wie sie ihre Belastung auf einer körperlichen Ebene erleben.

Mithilfe dieser Erkenntnis kreierte Gendlin die Focusing-Schritte. Durch diesen Plan entstand eine erlebniszentrierte Form der Wissenschaft, die Menschen im alltäglichen Leben als Selbsthilfe wahrnehmen können.

Die 3 Grundpfeiler des Focusing

Bei der Anwendung der Technik liegt der Fokus auf drei Grundpfeilern. Die Pfeiler unterteilen sich in eine entschleunigte Sprache, eine Absichtslosigkeit und eine Akzeptanz. Durch das Befolgen dieser Grundpfeiler ist es mit der Methode möglich, seine mentalen Probleme mit einem erlebniszentrierten Verhalten zu lösen. Zudem lässt sich auf diese Weise eine optimierte Körperdynamik entwickeln, in der der Geist und die Physis im Moment wahrgenommen werden.

- Entschleunigte Sprache: Während der Ausführung der Technik ist ein langsames Sprachverhalten notwendig, damit der Körper in dieser Zeit aktiv wahrgenommen werden kann. Eine bewusste, durchdachte Wortwahl spielt hier keine Rolle, da durch die Reaktionen des Körpers eine Verbindung zum Unterbewusstsein hergestellt wird, durch das die Worte automatisiert gewählt werden.

- Absichtslosigkeit: Eugene Gendlins Worte waren: Im Focusing muss man das nehmen, was kommt. Das bedeutet, dass sich die Methoden des Focusings niemals mit einem einzigen festgelegten Ziel durchführen lassen. Vielmehr geht es darum, den Körper und den Geist in der aktuellen Situation wirklich wahrzunehmen, die körperliche Dynamik zu verbessern und auch diese ganzheitlich zu erleben.

- Akzeptanz: Gefühle und Emotionen lassen sich nicht erzwingen, sie kommen einfach. Besonders bei dieser Technik ist es deshalb sehr wichtig, die Reaktionen des Körpers und des Geistes zu verstehen und zu akzeptieren, wenn sie plötzlich kommen. Indem man die Kontrolle des Geistes an den Körper abgibt, ist dieser Aspekt von grosser Wichtigkeit.

Wann wird Focusing eingesetzt?

Focusing kann im Grunde immer im alltäglichen Leben eingesetzt werden. Eugene Gendlin sieht die Methode als eine Unterstützung zur Selbsthilfe. Da Probleme, Schwierigkeiten und Herausforderungen immer wieder vorkommen, ist es wichtig zu wissen, wie man mit diesen Situationen umgeht. Es bietet eine alternative, funktionierende Methode, mit denen sich Stress und mentale Überforderung durch die Intelligenz des eigenen Körpers lösen lassen.

Natürlich macht Focusing besonders in Lebensbereichen Sinn, in denen Stress und Druck zur Tagesordnung zählen. Bei Prüfungen, im Leistungssport oder bei Arbeitsstress schafft die Technik Abhilfe und zeigt Wege auf, die diese innerlichen Anspannungen lösen können. Auch bei mentalen Blockaden, bei Unsicherheiten, bei Selbstzweifeln, bei fehlendem Selbstbewusstsein, bei starker Selbstkritik oder bei zu intensiven Emotionen stellt sich Focusing als idealen Problemlöser heraus.

Was ist der Felt Sense?

Einer der Kernpunkte des Focusings ist der sogenannte Felt Sense, der von Eugene Gendlin als Kunstwort erschaffen wurde. Hinter dem Kunstwort steckt das Gefühl, das man während einer Stresssituation auf einer körperlichen Basis erlebt, aber nicht konkret beschreiben kann. Das Gefühl des Felt Sense verspürt man laut Gendlin vor allem im Unterbauch. Wenn ein bestimmtes Wort gesagt wird, verspürt man an diesem Ort ein Gefühl, dass sich nicht beschreiben lässt. Mit der Grundlage des Felt Sense lässt sich das Focusing durchführen.

Der Ablauf des Focusing

Theoretisch läuft das Focusing immer auf dieselbe Art und Weise ab. Im ersten Schritt sollte ein mentaler Freiraum geschaffen werden, damit die Konzentration auf den Körper gelenkt werden kann. Während man hier nach innerlichen Belastungen sucht, kommt früher oder später der Felt Sense zum Vorschein.

Diesen Felt Sense versucht man nun mit einem passenden Wort zu ergreifen und festzuhalten. Danach vergleicht man das Wort immer wieder mit dem Felt Sense und betrachtet die Reaktionen. Wenn das Gefühl bleibt, kann man weitere Wörter suchen, die zu dem Thema passen. Wenn das Thema konkretisiert wurde, kann man sich an die Fragen und Antworten machen.

Hierzu stellt man sich immer wieder Fragen und sucht nach logischen Antworten. Man achtet währenddessen auf das Bauchgefühl. Nach einer bestimmten Zeit wird man bei einer bestimmten Frage und Antwort das erleichternde Gefühl erleben, dass man einen "Shift" nennt. Diesen Shift akzeptiert man jetzt und macht sich nach einer kurzen Pause wieder auf die Suche nach dem nächsten Felt Sense.



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